ℹ️ Klicke auf das +, um die Wanderinfos anzuzeigen.
🥾 Wanderinfos 🔽
- 📍 Start und Ende: Die Wanderung startet beim Weiler Selden beim Gasthaus Steinbock im hinteren Gasterntal. Der Reservierbus bringt Besucher bis zu diesem Punkt, eine vorgängige Reservation ist empfehlenswert.
Die Tour ist eine Streckenwanderung und endet beim Bahnhof in Kandersteg. - 🚗 Anreise & Reservierung: WICHTIG! Der Reservierbus ins Gasterntal muss zwingend im Voraus gebucht werden, da pro Fahrt nur rund 15 Plätze verfügbar sind. Die Zufahrt mit dem Auto erfolgt über die schmale Chlusestrasse mit sehr engen Passagen und zeitlich geregeltem Einbahnverkehr und ist nur für geübte Fahrer empfehlenswert. Parkmöglichkeiten gibt es direkt beim Bahnhof in Kandersteg.
- 💰 Kosten: Für die Wanderung selbst fallen keine Kosten an. Die Fahrt mit dem Reservierbus ins Gasterntal kostet CHF 15.– pro Person (einfach), Kinder zahlen CHF 10.–. Zusätzlich können Parkgebühren in Kandersteg anfallen.
- 🚆 Anreise mit ÖV: Die Tour eignet sich besonders gut als ÖV-Wanderung, da Start und Ziel ideal mit dem Zug über Kandersteg erreichbar sind.
- 🚶♂️ Distanz: Die Strecke vom hinteren Gasterntal bis nach Kandersteg beträgt rund 9,5 Kilometer. Mit dem Abstecher zum Geltenbachfall sollte man etwa 10 Kilometer einplanen.
Ein Start und Ziel beim Bahnhof ist möglich, würde die Gesamtdistanz jedoch auf fast 20 Kilometer verlängern. - ⏱️ Zeit: Die reine Wanderzeit beträgt etwa 3 Stunden. Mit Fotostopps, Pausen und dem Abstecher zum Geltenbachfall sollte man insgesamt 4 bis 5 Stunden einplanen. Die Tour eignet sich somit ideal als entspannte Halbtagestour.
- 📊 Aufstieg und Abstieg: Aufstieg ist 130 Meter | Abstieg ist 490 Meter
- 🥵 Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer (T1). Die Route verläuft überwiegend talwärts mit rund 490 Höhenmetern Abstieg. Bei Starkregen kann die Kander schnell anschwellen, und entlang steiler Felswände ist mit möglichem Steinschlag zu rechnen.
- 📆 Beste Jahreszeit: Ideal ist die Wanderung im Sommer und Spätsommer bis in den frühen Herbst. Besonders reizvoll wird das Gasterntal, wenn sich die ersten Bäume herbstlich verfärben und die Landschaft in warmen Farben leuchtet.
- 🌿 Untergrund: Rund 8 Kilometer verlaufen auf gut ausgebauten Wanderwegen mit Kies- und Naturuntergrund. Die restlichen etwa 2 Kilometer führen über asphaltierte Nebenstrassen im Bereich des hinteren Gasterntals und Richtung Kandersteg.
- 🥾 Ausrüstung: Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind empfehlenswert. Wanderstöcke entlasten beim längeren Abstieg. Ausreichend Wasser und Proviant mitnehmen, da es entlang der Strecke kaum Einkehrmöglichkeiten gibt. Sonnenschutz nicht vergessen.
- 👨👩👧 Familien-Check: Die Wanderung ist gut mit Kindern machbar, da kaum Aufstieg, sondern überwiegend rund 490 Höhenmeter Abstieg zu bewältigen sind. Der Weg verläuft auf Wanderwegen und ist nicht kinderwagentauglich. In der Chluseschlucht kann alternativ die Strasse genutzt werden, diese ist jedoch sehr schmal und nur eingeschränkt geeignet.
- 🐕 Wandern mit Hund: Die Wanderung ist gut mit Hund machbar, da die Wege breit und technisch einfach sind. Aufgrund des Naturschutzgebiets im Gasterntal gilt jedoch Leinenpflicht, um seltene Pflanzen und Wildtiere zu schützen. Es hat auch Kühe die frei herum laufen im vorderen Tal.
- 📌 Wegweiser & Markierungen: Die Route ist durchgehend gut signalisiert. Man folgt den gelben Wegweisern Richtung Kandersteg oder der grünen Route „56 – Lötschberg-Panoramaweg“. Es handelt sich um einen einfachen, gelb markierten Wanderweg (T1).
- 📶 Handyempfang: Im Gasterntal ist der Handyempfang je nach Abschnitt schwach bis gar nicht vorhanden. Es ist empfehlenswert, Kartenmaterial oder GPS-Daten vor der Tour offline zu speichern.
- 📸 Beste Fotospots: Ein Highlight ist der Abstecher zum Geltenbachfall gleich zu Beginn der Tour, inklusive Hängebrücke über die Kander. Doch eigentlich bietet die gesamte Wanderung immer wieder eindrucksvolle Fotomotive mit Felswänden, Wasserfällen und weitem Talblick, stellenweise fühlt man sich fast wie in einem zweiten Lauterbrunnen. Es gilt ein Drohnenverbot in einem Naturschutzgebiet.
- 🦌 Wildtiere: Im Gasterntal konnten wir in der Ferne eine Gämse beobachten, die scheinbar mühelos eine fast senkrechte Felswand hinaufkletterte, ein beeindruckender Anblick. Zudem kreisen regelmässig Greifvögel über dem Tal, darunter Adler, deren Rufe durch die Felswände hallen.
- 🌄 Highlights: Das Highlight ist das ursprüngliche Gasterntal mit seiner unberührten Natur. Die wilde Kander begleitet die gesamte Wanderung bis nach Kandersteg. Mit seinen steilen Felswänden und zahlreichen Wasserfällen erinnert das Tal stellenweise an ein zweites Lauterbrunnen nur deutlich ruhiger.
- 💡 Tipps: Reserviert euch frühzeitig einen Sitzplatz im Reservierbus ab Kandersteg, da pro Fahrt nur rund 15 Plätze verfügbar sind. Wer keinen Platz hat, muss auf die nächste Fahrt warten.
Lichttechnisch lohnt sich die Wanderung eher ab dem Mittag, da die Sonne am Morgen lange hinter den Felswänden bleibt. Besonders stimmungsvoll ist ein Start am späten Nachmittag. - 🏡 Unterkünfte & Restaurants: Beim Start in Selden gibt es Gasthäuser und Restaurants mit Übernachtungsmöglichkeit. Danach gibt es bis Richtung Kandersteg keine weiteren Einkehrmöglichkeiten mehr. Entlang der Strecke befinden sich jedoch mehrere Grillstellen und ruhige Plätze zum Verweilen.
Das Gasterntal fühlt sich an wie eine vergessene Welt. Hohe Felswände ragen links und rechts steil in den Himmel, die Kander rauscht ungezähmt durch das Tal, und je weiter man hineinfährt, desto mehr verschwindet die Zivilisation.
Als wir diese Wanderung planten, zeigte uns die SBB App eine Busverbindung direkt ins Gasterntal an. Perfekt, dachten wir also speicherten wir die Route und machten uns auf den Weg. In Kandersteg stiegen wir in den kleinen Bus ein, mussten jedoch gleich wieder aussteigen, denn ohne Reservation hatten wir keinen Sitzplatz. Zum Glück waren genau zwei Plätze frei geworden, und nach einem kurzen Gespräch mit dem Fahrer durften wir dennoch mitfahren.
Unsere Empfehlung: Reserviert euren Sitzplatz unbedingt im Voraus über Kander-Reisen. Der Bus ist klein, und die Plätze sind begrenzt.
Die Fahrt ins Gasterntal war spektakulär. Die schmale Strasse schlängelt sich durch das Tal, vorbei an Felswänden und engen Passagen. Der Fahrer kannte jede Kurve, jede Engstelle, man merkte sofort, dass er diese Strecke täglich fährt. Nach rund einer halben Stunde erreichten wir den Endpunkt der Buslinie und damit den Start unserer Wanderung im hinteren Gasterntal: das kleine Selden. Ein paar Gasthäuser, einige Bauernhöfe, viel mehr gibt es hier nicht. Und genau das macht den Reiz aus.
Direkt beim Start besteht die Möglichkeit, links abzubiegen und einen kurzen Abstecher zum nahegelegenen Wasserfall zu machen und genau das taten wir. Über eine Hängebrücke führte der Weg zunächst über die Kander.
Auf der anderen Seite steigt eine kurze, aber steile Straße hinauf zum Wasserfall. Leider befand sich dort eine Baustelle, und der Wasserfall war teilweise verdeckt. Zudem war ein Abschnitt gesperrt, da wir kurz nach einem starken Gewitter und einer längeren Regenphase unterwegs waren.
Nach unserem kurzen Abstecher klarte das Wetter auf, und die dunklen Wolken wurden rasch vom blauen Himmel verdrängt. Ein perfekter Moment, um die eigentliche Wanderung zu starten. Der Wegweiser zeigte drei Stunden bis nach Kandersteg an, was für uns gut realistisch wirkte.
Wir entschieden uns für den grünen Wegweiser Nummer 56, den „Lötschberger-Panoramaweg“, da er nahezu deckungsgleich mit unserer Route verlief. Die Strecke hatten wir im Vorfeld bereits studiert. Über weite Abschnitte führt der Weg angenehm und ohne grosse Höhenunterschiede talwärts. Erst im Bereich der Chluseschlucht wird es steiler, wo der eigentliche Abstieg Richtung Kandersteg beginnt.
Die ersten zwei Kilometer verliefen noch auf der Straße, was uns jedoch nicht störte. Im Spätsommer, beinahe schon im Frühherbst, herrschten ideale Temperaturen! Nicht zu heiss, nicht zu kalt, perfekt zum Einlaufen.
Mit jedem Schritt öffnete sich das Tal weiter vor uns. Die Szenerie erinnerte uns an ein wilderes, ruhigeres Lauterbrunnen: gewaltige Felswände links und rechts, dazwischen die Kander und immer wieder Wasserfälle, die sich in die Tiefe stürzen. Einige davon sollten uns im weiteren Verlauf noch aus nächster Nähe begleiten.
Wer eine reine Wasserfallkulisse sucht, dem empfehlen wir zusätzlich unsere Wanderung zur Wasserfallarena Batöni eine der eindrücklichsten Wasserfall-Landschaften der Ostschweiz.
Wichtig für eure Planung: Kauft euren Proviant unbedingt in Kandersteg ein. Im Gasterntal gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten, nur vereinzelte Gasthäuser. Umso überraschender fanden wir die zahlreichen offiziellen Grillstellen entlang des Weges, ein schönes Detail in einem Tal, das ansonsten fast unberührt wirkt.
Nach rund zwei Kilometern wechselte die Szenerie spürbar. Die Strasse ging in einen schmaleren Wanderweg über, der uns durch einen lichten Wald führte. Zwischen den Bäumen öffneten sich immer wieder Fenster ins Tal, die den Blick auf die mächtigen Felswände freigaben.
Schliesslich verliessen wir den Wald und traten erneut in die offene Weite des Gasterntals hinaus. Hier zeigte sich das Tal noch eindrücklicher.
Von diesem Punkt an begleitete uns die Kander auf unserem Weg talwärts bis nach Kandersteg. Der Fluss wirkte wild und ungezähmt, besonders nach den vergangenen Regenfällen. Schatten war nun kaum noch vorhanden, da die Sonne bereits hoch stand und das Tal in ein kräftiges Licht tauchte.
Da wir direkt nach einem starken Unwetter unterwegs waren, zeigte sich das Tal von seiner kraftvollen Seite. An mehreren Stellen war der Weg beschädigt und musste umgeleitet werden. Man spürte, wie intensiv die Natur hier wirken kann.
Gleichzeitig machte genau das den Reiz aus. Wir überquerten die Kander mehrfach über schmale Brücken, während von den steilen Felswänden unzählige Wasserfälle in die Tiefe stürzten. Das Rauschen des Wassers begleitete uns ständig.
An einer der offiziellen Grillstellen legten wir eine Pause ein. Auf einer einfachen Holzbank sassen wir mit Blick auf die wilde Kander, während im Hintergrund ein Wasserfall hinabstürzte. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie wenig es braucht, um glücklich zu sein: frische Bergluft, gutes Essen und eine Landschaft, die fast unwirklich wirkt.
Nach rund fünf Kilometern auf angenehm einfachem Weg öffnete sich eine kleine Lichtung. Ein Wegweiser zeigte nach links zu einem Wasserfall für uns war sofort klar, dass wir auch diesen Abstecher machen würden. In einem Tal wie diesem wollten wir wirklich jede Ecke entdecken.
Je näher wir dem Wasserfall kamen, desto wilder wurde die Szenerie. Immer mehr Felsbrocken lagen auf dem Weg verteilt, und die Warnschilder mit dem Steinschlag-Symbol erinnerten uns daran, dass die Natur hier ständig in Bewegung ist. Ganz ehrlich: Dieses Zeichen lässt uns jedes Mal kurz schlucken. Unter hohen Felswänden zu wandern hat etwas Ehrfurchtgebietendes und ein kleines bisschen Nervenkitzel gehört wohl auch dazu.
Der Abstecher hat sich definitiv gelohnt. Der Geltenbachfall ist eindrücklich: Mit rund 70 Metern Höhe schiesst das Wasser kraftvoll in die Tiefe. Die Gischt verteilte sich in der Luft und sorgte für eine angenehme Abkühlung, denn die Temperaturen lagen deutlich über 20 Grad. Besonders faszinierend ist, dass der Geltenbach aus einer Höhle weiter oben austritt und somit als Karstquelle gilt, das Wasser verschwindet im Gestein und tritt an anderer Stelle wieder hervor.
Das Gasterntal ist insgesamt reich an Wasserfällen. Durch die steilen, bis zu über 1000 Meter hohen Felswände stürzen unzählige Bäche in die Tiefe. Viele davon sind nur saisonal aktiv und führen besonders nach starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze beeindruckende Wassermengen. Genau das macht das Tal so spektakulär. Nach Unwettern zeigt sich hier eine fast dramatische Szenerie mit dutzenden Wasserläufen, die gleichzeitig von den Felsen herabfallen.
Kein Wunder fühlte es sich für uns stellenweise wie ein zweites Lauterbrunnen an, nur ursprünglicher und deutlich ruhiger.
Nachdem wir auf demselben Weg zurück auf die Hauptroute gelangt waren, ließen wir den Wald endgültig hinter uns. Vor uns öffnete sich eine weite Wiese und wir waren nicht mehr allein. Mehrere Kühe bewegten sich frei um uns herum und teilten sich mit uns den Wanderweg.
Bereits zuvor hatten wir einen Weidezaun passiert, was uns darauf vorbereitete, dass wir uns nun im aktiven Weidegebiet befanden. Grundsätzlich sind die Tiere ruhig und an Wanderer gewöhnt, doch man sollte respektvollen Abstand halten. Besonders mit Hund ist Vorsicht geboten, da Kühe sehr neugierig sein können, sich aber bei Unsicherheit auch schnell erschrecken.
Nach rund zwei Stunden erreichten wir das vordere Gasterntal. Beim ersten Gasthaus kehrte wieder etwas Zivilisation ein nach der langen Strecke durch die wilde Natur fühlte sich das fast ungewohnt an.
Wir gönnten uns ein wohlverdientes Glace und genossen die kurze Pause, bevor wir unsere Wanderung fortsetzten. Schon bald führte der Weg erneut in den Wald hinein, und die Landschaft wurde enger und dramatischer. Die Chluseschlucht kündigte sich an ein ganz anderer Abschnitt der Tour, geprägt von steilen Felswänden und einer deutlich wilderen Stimmung.
Ein echtes Highlight für uns war die Chluse-Schlucht, auch Klus-Schlucht genannt. Hier vereinigt sich die Kander mit dem Schwarzbach, wodurch der Fluss deutlich an Kraft gewinnt. Über eine historische Steinbogenbrücke, die seit rund 100 Jahren besteht, beginnt der eindrückliche Schluchtabschnitt.
Kurz darauf überquerten wir eine weitere Brücke und was dann folgte, war spektakulär. Eine schmale Hängebrücke führte direkt über die tosende Kander. Unter uns schäumte das Wasser, und man spürte die rohe Kraft des Flusses. Nach diesem Nervenkitzel ging es über Treppen entlang der steilen Felswand hinauf durch die Schlucht.
Wichtig zu wissen: Die Strasse durch die Schlucht ist einspurig und im oberen Abschnitt nur im Einbahnverkehr befahrbar. Die Fahrt hier hinauf ist definitiv nichts für schwache Nerven.
An dieser Stelle teilt sich die Route: Entweder man folgt der Strasse talwärts oder man nimmt den offiziellen Wanderweg durch den Wald, der wieder näher an die Kander heranführt.
Neugierig auf die Aussicht entschieden wir uns zunächst für ein kurzes Stück entlang der Strasse. Der Blick war spektakulär. Von oben eröffnete sich ein Panorama über das gesamte Tal bis nach Kandersteg. Doch die vorbeifahrenden Autos und der schmale Strassenrand machten das Wandern weniger angenehm.
Nachdem wir den besten Aussichtspunkt über Kandersteg erreicht hatten, kehrten wir um und nahmen den Wanderweg hinunter. Dort waren wir wieder näher an der Natur, fern vom Verkehr, und konnten die letzten Kilometer entspannt ausklingen lassen.
Der Wanderweg hinunter ist stellenweise intensiv steil, doch die Kander begleitet einen ständig talwärts. Das Rauschen des Flusses macht den Abstieg eindrücklich und lenkt fast von der Anstrengung ab.
Es war inzwischen Nachmittag, für uns die schönste Zeit des Tages. Das Licht wurde weicher, die Felswände leuchteten, und die Stimmung im Tal war fast magisch. Genau solche Momente sind es, die wir festhalten möchten.
Unterwegs entdeckten wir die Seilbahn Sunnbüel, die wir zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer erkunden und in einem eigenen Blog vorstellen werden. Diese Tour passt perfekt in unsere Kategorie „Geheimtipps“, in der wir besondere und weniger bekannte Wanderungen sammeln.
Als wir die Vorregion von Kandersteg erreichten, änderte sich die Landschaft erneut. Der Weg führte über weite Wiesen, und nach dem steilen Abstieg tat der weiche Untergrund unseren Füssen richtig gut. Es war einer dieser Momente, in denen man spürt, dass sich die Anstrengung gelohnt hat.
In der Ferne entdeckten wir die Seilbahn, die hinauf zum weltbekannten Oeschinensee führt. Nach rund drei Stunden Wanderzeit näherten wir uns langsam dem Ende der Tour. Da es bereits später Nachmittag war, wurde es rasch dunkler, die Sonne verschwand schnell hinter den umliegenden Bergen.
Unterwegs entdeckten wir ein kleines Chalet mit einem sogenannten Selbstbedienungskiosk, in dem verschiedene regionale Produkte angeboten wurden. Solche kleinen Verkaufsstände gehören für uns einfach zur Schweiz dazu.
Wenn ihr Käse liebt, können wir euch nur empfehlen, regional produzierten Bergkäse von lokalen Bauern zu probieren! Mit viel Liebe hergestellt und geschmacklich kaum zu übertreffen. Für uns ist guter Bergkäse einer der besten der Welt.
Natürlich konnten wir nicht widerstehen und kauften ein kleines Stück, bevor wir weiter in Richtung unseres Ziels, dem Bahnhof Kandersteg, wanderten.
Die letzten Kilometer zogen sich etwas, doch genau dann bescherte uns das Tal noch einen magischen Moment: Die Sonne senkte sich hinter die Berge, tauchte die Felswände in warmes Licht, und die Kander rauschte weiterhin an unserer Seite. Ein würdiger, fast filmreifer Abschluss eines eindrücklichen Tages.
Für uns gehört das Gasterntal zu den schönsten Wanderungen rund um Kandersteg. Ruhig, ursprünglich und voller Naturgewalt. Eine versteckte Perle, die viel zu oft im Schatten bekannterer Orte steht. Mehr als einmal fühlten wir uns an das Lauterbrunnental erinnert, nur stiller und wilder.
Ein kleiner Hinweis zur Planung: Die Busanreise ist nicht optimal beschildert, und ohne Reservation kann es eng werden. Plant dies unbedingt im Voraus ein.
Jetzt sind wir gespannt: Wart ihr schon im Gasterntal unterwegs? Habt ihr eigene Tipps oder besondere Momente erlebt? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! Wir freuen uns auf den Austausch.
Und wenn ihr Lust auf eine weitere spektakuläre Tour habt, dann empfehlen wir euch den 5-Seenweg in Zermatt ebenfalls ein echtes Highlight in den Schweizer Alpen.
Details und Höhenprofil
Häufige Fragen zur Wanderung im Gasterntal bei Kandersteg
ℹ️ Klicke auf die Frage, um die Antwort zu sehen.
Das Gasterntal erreicht man ab Kandersteg entweder mit dem Reservierbus oder über die schmale Chlusestrasse. Der Bus muss im Voraus gebucht werden, da pro Fahrt nur rund 15 Plätze verfügbar sind.
Ja, eine Reservation ist dringend empfohlen. Ohne Buchung kann es passieren, dass man keinen Platz erhält und auf die nächste Fahrt warten muss.
Die reine Wanderzeit beträgt rund 3 Stunden. Mit Pausen, Fotostopps und dem Abstecher zum Geltenbachfall sollte man insgesamt 4 bis 5 Stunden einplanen.
Die Tour ist leicht bis mittelschwer (T1). Sie verläuft grösstenteils talwärts mit rund 490 Höhenmetern Abstieg. Technisch ist der Weg einfach, bei Starkregen oder Steinschlag sollte man jedoch vorsichtig sein.
Die Strecke beträgt rund 9,5 Kilometer. Mit dem Abstecher zum Geltenbachfall sind es etwa 10 Kilometer.
Ja, die Wanderung ist gut mit Kindern machbar, da sie überwiegend bergab führt. Der Weg ist jedoch nicht kinderwagentauglich.
Ja, die Wanderung ist gut mit Hund machbar. Aufgrund des Naturschutzgebiets gilt jedoch Leinenpflicht. Zudem trifft man im vorderen Tal auf freilaufende Kühe.
Ideal ist der Sommer sowie Spätsommer bis in den frühen Herbst. Besonders schön ist das Tal, wenn sich die ersten Bäume herbstlich verfärben und zahlreiche Wasserfälle nach Regenfällen viel Wasser führen.
Beim Start in Selden gibt es Gasthäuser. Danach gibt es bis Richtung Kandersteg kaum Einkehrmöglichkeiten. Entlang der Strecke befinden sich jedoch mehrere offizielle Grillstellen.
Zu den Highlights zählen der Geltenbachfall, die Chluseschlucht mit Hängebrücke, die wilde Kander sowie die steilen Felswände mit zahlreichen Wasserfällen. Das Tal erinnert stellenweise an ein zweites Lauterbrunnen nur deutlich ruhiger.


